Haben Freediver riesige Lungen?

Wenn Menschen ohne jegliches Wissen über das Freitauchen von den enormen Leistungen der Freitaucher erfahren, denken sie nicht selten an ein großes Lungenvolumen, welches diese Leistungen ermöglicht. Die Frage lautet also: ist ein überdimensioniertes Lungenvolumen für große Apnoeleistungen von Vorteil, oder gar eine Voraussetzung?

Was sagt denn die medizinische Wissenschaft zur Lungengröße?

In der Lungenmedizin wird die Lunge in verschiedene Volumina, also Größen, unterteilt Dabei handelt es sich um sage und schreibe fünf Messgrößen. Diese werden in unseren Apnoekursen vorgestellt. Zwei dieser Messgrößen interessieren uns bei der Bestimmung der Tauchtiefe für uns Menschen.

Das Residualvolumen - Was ist das?

Wenn wir uns einmal so weit wie möglich leer atmen, uns also so richtig ausquetschen, bis wir das Gefühl haben, dass keine Luft mehr in unseren Lungen ist, dann haben wir einen Rest Luft erreicht, der nicht ausgeatmet werden kann. Diese Menge an Luft bleibt also immer in unserer Lunge.

Die totale Lungenkapazität - Was ist das?

Wenn wir mal so richtig tief einatmen, uns also ganz voll machen mit Luft, bis wir das Gefühl haben zu platzen, spüren wir unsere gesamte Lungenkapazität. Und diese resultiert aus den fünf Messgrößen, wie eben erwähnt.

Das Verhältnis zwischen totaler Lungenkapazität und Residualvolumen ist der Schlüssel

Messungen haben ergeben, dass das Verhältnis dieser beiden Größen, bis auf wenige Ausnahmen, bei ca. 4 : 1 liegt. Übersetzt: Das Residualvolumen beträgt ein Viertel der totalen Lungenkapazität. Wir können also so tief tauchen, bis durch den Umgebungsdruck unter Wasser, die Lunge so weit zusammengedrückt wird, bis das Residualvolumen erreicht ist.

Jetzt die Rechnung

Nehmen wir an, die Lunge eines erwachsenen Menschen hat ein Gesamtvolumen von 6 Liter. Dann wäre ein Viertel davon das Residualvolumen, und die Formel lautete: 6 Liter: 4 Liter = 1,5 Liter. Um jetzt herauszubekommen welcher Tiefe diese 1,5 Liter entsprechen, müssen wir nur noch die 6L durch die 1,5 Liter teilen. Das Ergebnis ist 4. Das bedeutet nach den physikalischen Gesetzen der Überdruckmedizin 4 bar. Und dieser Druck von 4 bar herrscht in 30m Tiefe.

Was lernen wir daraus?

Jeder Mensch kann ohne weiteres bis 30 Meter tief tauchen.

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