Zur Fortbewegung unter Wasser

Die Bewegung schwimmender Lebewesen unter Wasser hat die Menschen seit je her interessiert. Schon Leonardo da Vinci experimentierte mit Flossenhandschuhen. Bis heute wurden viele verschiedene Flossenarten entsprechend ihrer Einsätze entwickelt. Darunter auch die Monoflosse. Unterschiedlichste Wassersportarten, in denen die Fortbewegung von entscheidender Bedeutung ist, brachten entsprechend spezielle Flossenarten hervor. Heute lernst du eine sehr spezielle Art samt ihrer Einsatzmöglichkeiten kennen.

Die Monoflosse

Die Monoflosse ist ein Wassersportgerät, welches zum Tauchen oder Schwimmen benutzt wird. Der Unterschied zwischen Monoflosse und Flossenpaaren, bzw. Bi – Fins oder auch Stereoflossen, besteht darin, dass die Monoflosse einteilig ist, also nur aus einem Flossenblatt besteht. Auf diesem Flossenblatt sind Fußteile befestigt, die der Fixierung der Füße dienen. Das Flossenblatt ist in seinen Ausmaßen breiter als die der paarigen Flossen und hat somit eine größere Wasserverdrängung. Die Geschwindigkeit, die man mit der Monoflosse an der Wasseroberfläche und unter Wasser erreichen kann, ist höher als die mit paarigen Flossen. Der Erfinder der ersten Monoflosse ist nach unterschiedlichen Quellenangaben ein Andronov aus Smolensk. Seinem Namen nach wurde die erste Monoflosse „Android“ genannt.

Flossenschwimmen / Finswiming

Das Flossenschwimmen kommt ursprünglich aus der militärischen konditionellen Ausbildung von Kampftauchern. Ende der 60er Jahre entwickelte sich aus dieser militärischen Ausbildung das Flossenschwimmen, bzw. Finswimming zum Wettkampfsport. Die Schwimmer hatten anfänglich noch längere Stereo, – bzw. Bi – Flossen – also eine Flosse an jedem Fuß. 1972 traten Schwimmer aus der damaligen Sowjetunion mit der neu entwickelten Monoflosse an und holten sich erste Medaillen. Mit dem Einsatz dieser Monoflosse veränderte sich die Schwimmtechnik massiv und löste die Technik des Kraulens ab.

Apnoetauchen und Monoflosse

Kurze Zeit, nachdem das Apnoetauchen zu einer internationalen Wettkampfsportart wurde, gingen Apnoeathleten aus Ländern, in denen das Finswimming etabliert war, erstmals mit Monoflossen an den Start und revolutionierten mit ihren Leistungen die gesamte Apnoeszene. Der Nähe zum Finswimming wegen kam in der Apnoeszene die Monoflosse erstmals im Pool, also beim Streckentauchen, zum Einsatz. Heute wird sie auch in der Tieftauchdisziplin „Konstantes Gewicht mit Flossen“ verwendet.

Der Aufbau

Die Herstellung der ursprünglichen Monoflossen der Flossenschwimmer bis zu den heutigen auf Apnoetauchen spezialisierten Monoflossen hat sich gravierend verändert. Die Monoflosse besteht aus einem einzigen trapezformähnlichen Flossenblatt, welches aus Einzelschichten verschiedener Materialien zu einem ganzen Blatt geklebt, oder laminiert wird. Auf dem schmalen Ende des Blattes befinden sich zwei offene Fußteile mit jeweils einem Fersenband zur Fixierung der Füße. Das bedeutet, dass beide Füße quasi gebunden in den Fußteilen stecken, und die Fortbewegung nur mit dem restlichen Körper gestaltet werden kann. Das Fußteil ist, je nach Hersteller, entweder verschraubt, vernietet, oder geklebt. Letzteres findet man meisten. Um einen möglichst effizienten und energiesparenden Flossenschlag zu bekommen, gibt es zwischen Fußteil und Flossenblatt einen Neigungswinkel. Dieser Winkel variiert je nach Marke und Bauart. Regulär finden wir Neigungswinkel von 12° bis 22°, bei Sonderanfertigungen auch darüber.

Das Material

Flossenblatt, Fußteil und Kantenschutz sind aus verschiedenen Materialien hergestellt.

Das Flossenblatt

Die Materialien der Flossenblätter für die Monoflosse reichen von weichem Kunststoff, welches eher ungeeignet ist, über Neoprengummi bis hin zu den leistungsfähigen Materialien wie Fiberglass, Kevlar, Carbon und Epoxydharz. Durch die Einarbeitung von Kevlar- und Carbonbändern mit entsprechend harten bis weichen Laminierharzen entstehen unterschiedliche Härtegrade und ein entsprechender Bruchschutz. Professionelle Flossen wie bei Freediving Gili Trawangan, oder Freediving Lanzarote verfügen über dünne Hartgummistege entlang des Flossenblattes. Sie dienen der Stabilisierung des Schwungverhaltens.

Das Fußteil

Das Fußteil, welches aus der Fußtasche und einem Fersenband besteht, ist meist aus einem Gummi, der sich sehr eng um den Fuß spannt, damit die volle Kraftübertragung gewährleistet ist. Selten findet man auch geschlossene Fußteile, wie die von O.M.E.R., aufgeklebt. Allerdings sind diese für das Streckentauchen weniger gut geeignet. Zum Schutz des Fußes werden immer Neoprensocken, mindestens jedoch Zehenkappen getragen.

Der Kantenschutz

Nicht alle Monoflossen haben einen Kantenschutz. Jene, die über einen solchen verfügen, haben eine Gummilippe am Rand. Zur Verstärkung und perfekten Gewichtung wird bei den professionellen Flossen vom Fußteil aus am Rand zum breiten Ende des Flossenblattes hin verjüngend Neoprengummiflügel aufgetragen.

Maße und Gewicht

Im Schnitt haben die Monoflossen Abmessungen von 70,00 x 72,00 cm und wiegen 2 – 4 kg. Der Aufbau des Fußteiles misst durchschnittlich um die 3 – 10 cm, je nach Neigungswinkel.

Die Flossenschwimmtechnik

Eine Monoflosse so zu bewegen, dass diese gleichförmig auf – und abschwingt will gelernt sein. Die Arme sind beim Streckentauchen entweder vorzugsweise nach vorne ausgestreckt, die Hände über einander gelegt, oder die Arme sind entspannt seitlich am Körper angelegt, was deutlich weniger stromlinienförmig ist, und somit einen höheren Wasserwiderstand bedeutet. Der Schwimmstil kommt aus dem Schmetterling- bzw. Delfinschwimmen, und sollte in einem speziellen Monoflossenkurs erlernt werden.

Hinweise zur Sicherheit

Das Benutzen der Flossen in mitteleuropäischen Bädern ist sehr oft verboten, da sich schon viele Gäste über die übergroßen Flossen beschwert hatten. Freundliche Anfragen bei geringem Badebetrieb können Wunder bewirken. Allerdings sind Monoflossen bei normalem Badbetrieb deutlich riskanter als Bi – Flossen, da die Verletzungsgefahr durch die breiten Blätter und manchmal scharfen Kanten zu groß ist. Die Schuhgrößen müssen zum Schutz der Füße mit Neoprensocken angepasst sein. Barfüßig ist bei den großen Flossen nicht förderlich, da diese sonst scheuern. Achte darauf, dass bei Reisen die Flossen stets in einer sicheren Hülle transportiert werden, damit, gerade bei Carbon, diese nicht beschädigt werden. Bei Fliegen ist zum Beispiel nicht immer sicher, ob Apnoeflossen noch als Handgepäck durchgehen, oder bereits als Sondergepäck laufen. Monoflossen passen in keine handelsüblichen Reisetaschen. Allerdings hat bereits jeder gut sortierte Shop für Apnoetauchen brauchbare Monoflossentaschen.

Zusammenfassung/Resümee

Die Monoflosse ist ein Wettkampfsportgerät und nicht für den allgemeinen Badebetrieb geeignet. Für den ersten Einstieg in das Apnoetauchen mit Monoflossen sollte die richtige Technik erst mit Bi-Fins erlernt werden. Es ist ratsam, an einem Monoflossenkurs teilzunehmen.

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